LRS-Therapie - Konzept


       

Modellgeleitete Therapie

  • Ich orientiere mich an dem Phasenmodell des Lese- und Schreiberwerbs und an dem Modell der Schriftsprach-Verarbeitung.

  • Die Art, wie jeder Einzelne schreibt oder liest, hängt von seiner Phase bzw. Stufe im Prozess des Schreiben- oder Lesenlernens ab und von seinen Strategien, Schriftsprache zu verarbeiten.

  • Ich teste und beobachte, wie die Bereiche der Wahrnehmung und Verarbeitung von Schrift und Sprache vom Schüler im Altersvergleich entwickelt sind und welche Lese- und Schreibstrategien angewendet werden.

Je nach Diagnose  - Einordnung im Modell -  werden gezielt gefördert:

  • die phonologische Bewusstheit im engeren Sinne - Wortdurchgliederung, Silbenstruktur

  • Fehlerschwerpunkte aufgrund der auditiven bzw. visuellen Wahrnehmung und Verarbeitung bei der Unerscheidung von k/g-, f/w-, t/d-, p/b-, b/d-, s/z oder ie/ei

  • sichere Laut-Buchstabe-Verknüpfung

  • die   lauttreue bzw. silbentreue Strategie  des Schreibens

  • die segmentale Lesestrategie

  • die ganzheitliche Lesestrategie

  • Rechtschreibstrategien

  • die ganzheitliche, morphologische Strategie - Wortstämme- und Wortbausteine speichern

  • Aufbau des schriftlichen Grundwortschatzes und des ganzheitlichen Zugangs zum Lesen und Schreiben

  • Selbstkontrollstrategien

Ein individueller Förderplan wird erstellt.

 

Danach richten sich die individuellen Lerninhalte und die Methodenkombination.

 

 

 

Grundlegende Modelle der Schriftsprachverarbeitung und - entwicklung

 

 

1. Modell der Schriftsprachverarbeitung 

 

Sehr vereinfachte Darstellung des neurolinguistischen Verarbeitungsmodells von der Wahrnehmung bis zur Produktion der Schrift oder des lauten Lesens. Die einzelnen Module beeinflussen sich linear von oben nach unten und überkreuzen sich über das "Abspeichern".

 

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2. Phasenmodell der Lese-Rechtschreib-Entwicklung nach dem Modell von Frith (1985) von mir kurz zusammengefasst.
 
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Alter 3 - 5 Jahre: So tun als ob: Kritzeln auf Papier, Geschichten erzählen und dabei in einem Buch blättern als Nachahmung des Schreibens und Lesens.

 

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Alter 4 1/2 Jahre bis Schulalter: Wörter oder Logos aus Buchstaben, die in der Umgebung des Kindes sehr häufig vorkommen, werden vom Kind als Ganzheit erkannt ("gelesen") und gemalt ("geschrieben").

 

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Vorschulalter und ab dem 1. Schuljahr: Einsicht in die Laut-Buchstabe-Beziehung. Wörter können in einzelne Laute zerlegt werden. Einzellaute können zu Wörtern verbunden werden. Lautgetreues Schreiben und synthetisches Lesen sind möglich.

 

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Alter ab Ende des 1. Schuljahres: Wörter oder ihre Teile werden direkt als Ganzes erkannt. Das Lesen und das Leseverständnis werden schneller. Rechtschreibregeln und Wörter mit besonderer Rechtschreibung werden erworben und beim Schreiben berücksichtigt.

 

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Entwicklung bis in die höheren Klassen: Die Einsicht in den Aufbau der Wörter mit Vor- und Nachsilben und Wortstamm und in den Satzbau ermöglicht auch Regeln für die Groß- und Kleinschreibung und die Zeichensetzung.

 

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Das wortübergeifende Lesen gelingt, und auch bei der Rechtschreibung muss nicht mehr an den einzelnen Buchstaben gedacht werden. Die Konzentration wird mehr und mehr auf den Inhalt und weniger auf die Form der Wörter gerichtet. Immer besseres Leseverständnis und Rechtschreiben von längeren Texten ist möglich.

 

 

 

 

 

 

Anne Lüling: Kontakt